Das Buch ist kaufbar! Ich freu mich so sehr. Unter https://amzn.eu/d/iBKbtNc kann es bestellt werden… und wer eine persönliche Widmung möchte, kann sich gerne melden.

20 Kapitel, 199 Seiten Quotenschwaben-Gedanken und -Geschichten. Ich bin gespannt, wie ihr es finden werdet.
Und wer schon mal reinlesen will, hat hier die Gelegenheit. Denn hier steht das Kapitel „Einkaufen“ zum Probelesen.
„Einkaufen“
Natürlich kann ich nicht für alle Schwaben sprechen und vielleicht bediene ich persönlich auch zu viele Klischees, aber vielleicht findet sich der eine oder andere wieder, wenn ich vom Wochen- bzw. Lebensmitteleinkauf und meinen Gedanken und Erlebnissen dabei erzähle.
Die erste Grundregel fürs kostengünstige Einkaufen klingt banal, wird aber oftmals dilettantisch missachtet:
„Geh niemals hungrig einkaufen“.
Und das meint nicht schnell noch einen Apfel und dann mit dem Einkaufskorb los. Nein, das heißt richtig essen vorher. Ich gehe z.B. sehr gerne erst abends einkaufen, nach dem Abendessen. Das bringt gleich noch einen weiteren Vorteil mit sich: abends sind Obst und Gemüse oftmals günstiger, weil die ja am nächsten Morgen neu beliefert werden und vorher verkauft werden sollten.
Oh Mann. Das wird hier ja zu einem richtigen Spar-Ratgeber. Keine Angst. Hört gleich auf. Vielleicht auch nicht. Mal sehen, wie sich das hier entwickelt.
Wichtig ist auch, dass man sich einen möglichst detaillierten Einkaufszettel macht. Ohne festen Plan einkaufen zu gehen kann fatale Auswirkungen auf euren Kontostand haben. Ich schwöre auch auf Listen in Papierform, am besten auf PostIts (war das Schleichwerbung?), die kann man sich an den Griff des Einkaufswagens kleben und hat sie damit immer im Blick.
Wichtig: Ein Päckchen Taschentücher mitnehmen, dann kann man den Griff vom Wagen trockenreiben, wenn er vom Regen oder so nass sein sollte.
Nehmt euch Zeit für das Schreiben der Einkaufsliste und sortiert diese nach dem Weg, den ihr durch den Supermarkt gehen werdet. Je weniger Detektivarbeit und „vor und zurück“ ihr braucht, umso weniger werdet ihr einkaufen.
Hand aufs Herz: Es gibt immer eine feste Route durch den Laden, den ihr regelmäßig besucht. Macht euch diese Route zu Nutze.
Ja, natürlich gibt es die Strategie in den Geschäften, immer wieder Waren umzuräumen, dass man bei der Suche nach den vorgesehenen Artikeln noch Impulskäufe tätigt, aber auch dann kann man sich auf dem Zettel gleich das neue Heimatregal vermerken. Dann sucht man beim nächsten Mal nicht erneut.
Dass man vor dem Einkauf Prospekte geprüft und den Einkaufszettel anhand der Angebote geschrieben hat, habe ich jetzt als selbstverständlich vorausgesetzt. Hier aber der Tipp, dass es nicht günstiger ist drei oder vier Supermärkte wegen ein paar Cent anzufahren. Berücksichtigt auch die Fahrtkosten zu weiteren Einkaufsstationen. Das vernachlässigen Viele. Bitte, gern geschehen.
Warum nicht gleich einen Lieferservice oder eine Expressabholung verwenden? Dann kriegt man doch genau das, was man haben möchte? Dazu spart man sich die Zeit, alles zu suchen.
Korrekt. Man spart sich aber auch das Sparen, wenn etwas heruntergesetzt ist, was man online eben nicht angeboten bekommt. Das oben beschriebene Abend-Obst und -Gemüse zum Beispiel. Außerdem macht Einkaufen ja auch irgendwie Spaß, denn da sind Menschen und wo Menschen sind, gibt es eigentlich immer etwas zum Lachen, Schmunzeln, Augen verdrehen.
Und los geht’s.
„Mama? Schau mal, die Nektarinen sind schlecht. Die haben schon ein Fell“, schrillt es durch die Obst- und Gemüseabteilung.
„Nina, das sind keine Nektarinen. Das sind Pfirsiche. Die gehören so.“
„Schimmlig, mit Fell?“
Ich schmunzle und freue mich auf die nächsten 20 bis 200 Minuten im großen Supermarkt meines Wocheneinkaufs.
Zumindest kennt das Kind jetzt zwei Obstsorten. Viele Kinder denken, Smoothies wachsen aufm Baum. Schon in der Kunststoffverpackung. Und Pommes werden nicht aus Kartoffeln geschnitten, sondern wachsen bereits in der richtigen Form aus dem Boden, so wie Karotten, nur eben sauber und rechteckig…

Bei Obst und Gemüse bin ich heute sehr kreativ und ersetze Äpfel durch Birnen, die sind günstiger. Williams Christ oder Apfelkorn macht bei einem feuchtfröhlichen Abend ja auch keinen Unterschied, oder?
Zucchini und Kohlrabi sind ja eigentlich auch dasselbe und es ist letztlich egal, ob man mit Mango oder Kiwi den Bedarf an weit gereisten exotischen Früchten deckt. Unterhalten kann man sich mit beiden eh nicht, es sei denn, man kann Spanisch oder Portugiesisch.
Worauf ich allerdings immer achte, ist die Saison von regionalem Obst und Gemüse. Im Winter gibt es z.B. Ackersalat (schwäbisch für Feldsalat oder Rapunzel) und im Sommer gibt es Erdbeeren aus der Region. Kartoffeln gibt´s immer von hier. Und wenn es keine Kartoffeln von hier gibt? Dann gibt es bei mir keine Kartoffeln. Fertig.
Als ich den Frischebereich verlasse, stimmt eigentlich nur noch die Anzahl der gekauften Produkte mit dem Einkaufszettel überein. Mal schaun, was das für das morgige Hauptgericht bedeutet. Beschwert hat sich bisher noch niemand. Gespart hab ich auf jeden Fall. Und zwar nicht zu knapp. Ich freu mich.
Dass man beim weiteren Einkauf besonders auf Eigenmarken achtet und die Regale ganz oben und ganz unten einbezieht, weiß jeder. Ebenso vereinfacht der Grundpreis pro Kilogramm oder Liter direkt am Artikel den Preisvergleich. Denkt aber auch mal drüber nach, ob Preiselbeer- und Johannisbeermarmelade einen großen Unterschied machen, oder Linguini nicht auch durch Spaghetti ersetzt werden könnten.
Geschmacklich ist der Unterschied aus meiner Sicht eher gering. Euer Kontostand wird es euch aber danken.
Provisionen fürs Sparen gerne per paypal oder Überweisung direkt an mich.
Folgt mir nun an die Wurst- und Käsetheke. Ihr wundert euch, dass ich nicht die billigen abgepackten Brotbeläge kaufe? Naja. Dass man bewusst aufs Geld achtet und überlegt, was man wo zu welchen Konditionen kauft, bedeutet ja nicht, dass man nicht auf Tierwohl und Regionalität achten kann. An den richtigen Stellen sparen, an anderen Stellen bewusst in Genuss und Lebensqualität investieren.
Zuerst zur Wursttheke: Schaut euch die Artikel, die im Angebot sind, genau an. Es gibt immer Wurst, die bereits aufgeschnitten ist und evtl. schon eine Weile in der Auslage liegt. Und es gibt Wurst, die im Angebot ist, aber nur wenige Scheiben vorgeschnitten sind. Letztere wird in vielen Fällen länger halten, denn sie wird frischer geschnitten. Wählt also die Angebotsprodukte, die noch geschnitten werden müssen.
Und wenn ihr jetzt etwa 80-100 Gramm weniger kauft, als das Stück ungefähr wiegt, macht ihr mit großer Wahrscheinlichkeit noch einen Bonus-Schnapper. Dann wird euch der/die nette Verkäufer/in fragen, ob ihr das Reststück kostenlos dazu haben wollt.
Wie man das richtig schätzt? Übungssache. Übertreibt es aber nicht. Wenn da noch ein 1,5 kg schweres Stück Bierschinken liegt, macht es keinen Sinn 1.400 Gramm Bierschinken zu kaufen. Es sei denn, ihr wollt zuhause erklären, warum sich alle die nächsten Tage ausschließlich von Bierschinken ernähren müssen. Dann hat das Kindheitstrauma „Es ist noch Brot da“, das wir früher so oft hörten, wenn wir abends ein leckeres Mahl erfragten, ein ganz neues Level erreicht.
Habt ihr schon genügend Tipps? Oder wollt ihr noch mit zum Käse? Wenn ja, folgt mir, wenn nicht, könnt ihr mit meiner Frau direkt in den Drogeriemarkt weiterfahren. Dann einfach ein paar Absätze überspringen. Wie viele? – Keine Ahnung. Vielleicht so zwei bis siebzehn oder so.
Käse am Stück hält sich immer länger als aufgeschnittener Käse. Das wussten schon meine Großeltern. Überlegt euch also gut, ob ihr nicht lieber ein Stück wollt. Schneiden kann man den Käse auch selbst und so ein Stück Käse einfach so aus der Hand hat auch was.
Wenn ihr doch Schnittkäse wollt, beachtet die beschriebene Vorgehensweise von der Wursttheke. Diese sollte genauso auch beim Käse angewandt werden und funktioniert auch dort.
Es gibt nur eine kleine Ergänzung: Bittet die/den Verkäufer/in den Rand vom Käse wegzuschneiden. Das wird vor dem Wiegen gemacht und damit habt ihr 100% essbaren Käse gekauft und auch nur für diesen bezahlt. You´re welcome.
An der Kasse ist aber noch nicht alles geschafft. Wir teilen uns immer ein. Ich lade aus und lege alles aufs Band, meine Herzdame lädt auf der anderen Seite alles wieder ein und sortiert es gleich entsprechend, dass die Birnen nicht von den 1,4 kg Bierschinken erschlagen werden (den wir ja nicht gekauft hatten). Diese Schlagzeile braucht kein Mensch.
Wichtig ist, dass man die Waren beim Aus- und Einladen nochmal kontrolliert. Solange man sich noch im Laden befindet, kann man noch reklamieren. Den kaputten Joghurtbecher, den man erst zuhause bemerkt, wirft man wahrscheinlich weg und damit bares Geld in den Müll.
Eine lehrreiche und interessante Einkaufsrunde neigt sich dem Ende. Das denke ich auch jedes Mal. Dann kommt die Ernüchterung:
„Schatz, jetzt noch zum Drogeriemarkt, dann haben wir´s geschafft!“
Irgendwie vergesse ich das jedes Mal. Oder verdränge ich es? Keine Ahnung. Macht auch keinen Unterschied. Los geht´s…
Drogeriemärkte sind etwas Tolles. Das meine ich wirklich so. Aber für den männlichen Teil der Gesellschaft eher nicht so wahnsinnig beliebt. Manchmal werde ich auf der Parkbank vorm Gebäude abgesetzt, manchmal im Gebäude selbst. Mittlerweile ist das wetterabhängig. Als ich noch geraucht habe, war das einfacher. Dann wurde ich immer draußen abgesetzt.
Kennt ihr die Schilder vor Geschäften, in die keine Hunde hinein dürfen? Da steht dann „Ich warte hier“, ein Bild von einem Hund und es steht ein Wassernapf auf dem Boden.
An der Parkbank könnte man dasselbe machen, nur auf dem Bild ist ein Mann abgebildet, der auf der Bank sitzt und Wassernapf gibt es auch nicht. Aber vielleicht einen Aschenbecher.
Dieses Mal durfte ich mit rein und wurde im zweiten Gang beim Wasserspender auf einer Bank geparkt. Heißt es deswegen Parkbank, weil man seinen Partner dort parken kann, um in Ruhe einkaufen zu gehen? #FrageFürEinenFreund
Ich sitze also auf meiner Bank, einen Becher Wasser in der Hand und schaue mich um. Mein Blick bleibt an den Markern hängen, die darauf hinweisen, was man in den entsprechenden Regalen finden kann.
Da steht dann z.B. Bio oder Kosmetik oder Shampoo. Mein Blick bleibt an einem Regal hängen: Etwa einen Meter breit, ca. zwei Meter hoch. Auf der linken und rechten Seite hängt jeweils ein Schild mit dem Aufdruck „Verhütungsmittel“.
Mein Interesse ist geweckt. Zwei Quadratmeter Verhütungsmittel? Gibt es da Dinge, die ich noch nicht kenne und Sachen, die ich noch nicht weiß?

Vor dem Regal stehend beginnt meine Analyse:
Präservative (was ein geiles Wort) gibt es in verschiedenen Farben und Formen, Größen und Geschmacksrichtungen. Mit Noppen, ohne Noppen, extra dünn, extra dick. Genau das hatte ich auch in diesem Regal erwartet. Auch Gleitgel kann ich mit etwas Fantasie noch bei den Verhütungsmitteln einordnen. Falsch angewandt, kann es gar nicht zum Verkehr kommen, das ist dann maximale Verhütung.
Ganz unten im Regal sind die Schwangerschaftstests angeordnet. Okay. Nach dem Motto: „Und wenn es nicht klappt, findest du es auch hier heraus“. Nett.
Aber in der Mitte des Regals entdecke ich etwas, das mich extrem stutzen lässt: Latexhandschuhe. Okay. Was genau machen die hier? Ist das ein Fünfer-Pack Kondome zum Billigpreis?
Ich stelle mir das Verkaufsgespräch eines Teenies mit einer Mitarbeiterin vor, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:
„Äääh, Entschuldigung. Ich bräuchte bitte Kondome. Ich hab aber nicht viel Geld.“
„Kein Problem. Hier gibt es den extra günstigen Fünfer-Pack. Steht zwar Latexhandschuh drauf, kann man aber auch zum Verhüten verwenden.“
„Okay. Und warum sind die fünf unterschiedlich groß?“
„Es gibt Tage, an denen man große braucht und Tage, an denen man kleine braucht. Denk mal dran, was passiert, wenn du bis zum Bauchnabel in kaltem Wasser….“
Schnell. Kopfkino aus. Ja. Ich schäm mich. Aber nur ganz kurz. Dann fällt mir auf, dass auch Ohropax in dem Regal stehen. Echt. Kein Scherz. Ohropax.
Beim One-Night-Stand kurz bevor es zur Sache geht:
„Nimmst du die Pille? Ich hab keine Kondome dabei.“ Erwartungsvoller Blick.
„Ach. Kein Problem. Ich hab Ohropax.“
Strahlen von der anderen Seite: „Na dann ist ja gut.“
Und schon geht es zur Sache.
Damit hätten wir auch gleich ein weiteres Problem gelöst: Die sinkende Kinderzahl in Deutschland.
Ich würde das Regal in Größe und Form einfach so lassen, wie es ist, aber anders sortieren und beschriften:
• Für das beste Stück
• Für Startschwierigkeiten
• Für den Sparsamen, Unerfahrenen
• Für den Nachbarn, wenn es laut wird
• Für den Fall, dass es Probleme gab
Überlegt euch selbst, was dann wo steht.
Derweil überlege ich mir, wie ich diese Idee der Marktleitung nahebringen kann. Oder auch nicht. Denn meine bessere Hälfte ist fertig und winkt fröhlich aus dem Kassenbereich. Schnell hinterher. nicht, dass sie mich hier stehenlässt, so wie ich sie damals bei Ikea (manchmal muss man eben Prioritäten setzen). Aber das ist eine andere Geschichte.